Die Unternehmensnachfolge wird in den kommenden zehn Jahren zu einer der größten wirtschaftlichen Herausforderungen im deutschsprachigen Raum. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol stehen hunderttausende kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor der Frage: Wer führt den Betrieb weiter?
Allein im DACH-Raum werden bis 2035 mehrere hunderttausend Unternehmer:innen das Pensionsalter erreichen. Viele dieser Unternehmen wurden zwischen 1985 und 2005 aufgebaut — oftmals mit enormem persönlichem Einsatz, hoher regionaler Verantwortung und langfristigem Denken. Genau diese Betriebe bilden heute das Rückgrat der deutschsprachigen Wirtschaft.
Besonders betroffen sind Unternehmen mit 10 bis 250 Mitarbeitenden — also klassische Familienunternehmen, Gewerbebetriebe, Produktionsunternehmen, Handelsbetriebe oder Dienstleistungsunternehmen. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden Lehrlinge aus und sorgen für Stabilität in den Regionen.
Die demografische Realität
Die wirtschaftliche Herausforderung ist dabei weniger finanziell als vielmehr demografisch.
Zwischen 1970 und 1980 wurden im deutschsprachigen Raum rund ein Drittel mehr Kinder geboren als zwischen 2015 und 2025. Gleichzeitig gehen die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer-Generation schrittweise in Pension.
Das Ergebnis:
- Immer mehr Unternehmer:innen suchen eine Nachfolge
- Immer weniger junge Menschen wollen ein Unternehmen übernehmen
- Innerfamiliäre Lösungen werden seltener
- Die Zahl qualifizierter Nachfolger:innen sinkt kontinuierlich
Viele Unternehmer:innen stellen fest, dass die Übergabe innerhalb der Familie nicht möglich ist. Kinder schlagen andere Karrierewege ein oder leben in anderen Regionen. Dadurch entsteht ein massiver Bedarf an externen Unternehmensnachfolgen.
Warum viele Betriebsübergaben scheitern
Die größte Herausforderung liegt selten in den Zahlen oder im Produkt — sondern in der Suche nach der richtigen Persönlichkeit.
Viele Unternehmer:innen suchen unbewusst eine jüngere Version ihrer selbst: mit derselben Denkweise, derselben Persönlichkeit und denselben Erfahrungen. Doch genau das verhindert häufig eine erfolgreiche Nachfolge.
Denn die nächste Generation führt Unternehmen anders:
- digitaler
- internationaler
- datenorientierter
- flexibler
- schneller
- stärker vernetzt
Die Realität zeigt: Eine erfolgreiche Unternehmensübergabe benötigt heute professionelle Begleitung, Struktur und einen klaren Prozess.
Denn Unternehmer:innen sind Expert:innen für ihr Unternehmen — aber nicht automatisch Expert:innen für Nachfolgeprozesse, Unternehmensbewertung, Käuferstrukturierung oder die Auswahl geeigneter Nachfolger:innen.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Unternehmensnachfolge
Unternehmensnachfolge ist kein Randthema mehr — sie entscheidet zunehmend über die Stabilität des Mittelstands.
Wird keine Nachfolge gefunden, drohen:
- Verlust von Arbeitsplätzen
- Schließung regionaler Betriebe
- Verlust von Know-how
- Wegfall von Lehrstellen
- Schwächung regionaler Wirtschaftskreisläufe
Besonders kritisch ist dies im produzierenden Gewerbe, Handwerk, technischen Dienstleistungsbereich sowie bei spezialisierten Familienunternehmen mit jahrzehntelangem Erfahrungswissen.
Deshalb braucht die nächste Generation Unternehmer:innen nicht nur Kapital — sondern Zugang, Begleitung und ein professionelles Netzwerk.